www.ccp-online.org | CCP 1 (2007): 51-71
Zusammenfassung:
In Zeiten fortwährender Implementationsdefizite setzt die Umweltpolitik heute zunehmend auf die Einbeziehung nicht-staatlicher Akteure wie Bürger und organisierte Interessengruppen. Partizipation wird so zu einem Mittel, um Umweltziele zielgenauer, zügiger und effektiver zu erreichen. Mit dem Einsatz partizipativer Governance-Formen ist die konkrete Erwartung verbunden, die „Qualität“ von Entscheidungen durch die Einbeziehung des Wissens lokaler Akteure zu verbessern. Weiterhin wird erwartet, dass die Partizipation nicht-staatlicher Akteure die Akzeptanz von Entscheidungen und damit auch deren Umsetzung und Befolgung verbessert. Im Vergleich zu stärker hoheitlichen Verfahren soll so ein stärker nachhaltiger Umgang mit der natürlichen Umwelt erreicht werden.
Hier stellt sich jedoch die empirische Frage, inwieweit diese Vermutungen tatsächlich zutreffen. Noch sind die Wirkungen und speziell die Implementationseffektivität partizipativer Verfahren unzureichend konzeptionalisiert und empirisch untersucht. Dieser Beitrag unternimmt den Versuch einer Konzeptionalisierung auf der Basis eines Kausalmodells. Hierzu werden eine Reihe von Schlüsselmechanismen im Zusammenhang mit Kontext-, Prozess- und Ergebnisvariablen identifiziert. Der Beitrag schließt mit Vorschlägen, wie das vorgestellte Modell als konzeptioneller Rahmen für vergleichende empirische Studien genutzt werden kann.
Schlagwörter: Gründe für die Beteiligung der Öffentlichkeit, Effektivität, Legitimität, Implementation, Aarhus-Konvention, Kausalmodell
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Dr. Jens Newig
Assistant Professor
Institute of Environmental Systems Research University of Osnabrück
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